{"id":123,"date":"2024-12-05T08:13:29","date_gmt":"2024-12-05T08:13:29","guid":{"rendered":"https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/?p=123"},"modified":"2025-01-06T15:26:17","modified_gmt":"2025-01-06T15:26:17","slug":"paul-mc-lean-die-drei-teile-des-gehirns","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/index.php\/2024\/12\/05\/paul-mc-lean-die-drei-teile-des-gehirns\/","title":{"rendered":"Paul Mc Lean &#8211; Die drei Teile des Gehirns"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">oder: Warum wir auf der Ebene des Gehirns auch heute noch viel \u00c4hnlichkeiten mit Steinzeitmenschen haben.<\/h2>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Eines ist klar: Ein Gehirn hat wesentlich mehr als 3 Teile. Die Idee der Dreiteilung des Gehirns stammt von dem amerikanischen Forscher Paul McLean <a href=\"https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/index.php\/literaturverzeichnis\/\" data-type=\"page\" data-id=\"39\">(1990, S.13f)<\/a> und bezieht sich auf die evolution\u00e4re Entwicklung des Gehirns. Da er Ende der 50er Jahre und in den 60er Jahren forschte, hatte er nicht die M\u00f6glichkeiten, die den heutigen Forschern zur Verf\u00fcgung stehen. Dennoch legte er mit seinen Theorien den Grundstein zu einem Verst\u00e4ndnis des Gehirns, das heute noch aktuell ist. Man kennt mittlerweile viel mehr Details und Zusammenh\u00e4nge als damals, aber McLeans Idee von der Dreiteilung des Gehirns ist ein guter Ausgangspunkt, um sich dem Thema anzun\u00e4hern:<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"839\" src=\"https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/drei_teile_des_gehirns-1024x839.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-124 size-full\" srcset=\"https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/drei_teile_des_gehirns-1024x839.jpg 1024w, https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/drei_teile_des_gehirns-300x246.jpg 300w, https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/drei_teile_des_gehirns-768x629.jpg 768w, https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/drei_teile_des_gehirns-1536x1259.jpg 1536w, https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/drei_teile_des_gehirns-2048x1678.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p><em>Die drei Teile des Gehirns nach Paul McLean (Klein- und Stammhirn geh\u00f6ren der Einfachheit halber zusammen)<\/em><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-details has-background is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow\" style=\"background-color:#e0e8f4\"><summary>Das Stammhirn<\/summary>\n<p><\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\"><strong>In K\u00fcrze: <\/strong><br>Das Stammhirn ist f\u00fcr automatisierte Funktionen zust\u00e4ndig. Es sorgt daf\u00fcr, dass der K\u00f6rper m\u00f6glichst funktionsf\u00e4hig ist. Es ist auch die Schaltzentrale zwischen K\u00f6rper und Geist.<\/pre>\n\n\n\n<p>Das Stammhirn ist der evolution\u00e4r \u00e4lteste Gehirnteil. Es ist bei sehr vielen Tieren \u00e4hnlich aufgebaut und verrichtet \u00e4hnliche Funktionen. In der Embryonalentwicklung eines Menschen l\u00e4sst sich in den ersten Tagen und Wochen kaum ein Unterschied erkennen zwischen dem Gehirn eines Reptilienembryos und dem eines Menschenembryos. Die Differenzierung des Gehirns findet mit zunehmenden Wachstum des Embryos statt. Schon bald l\u00e4sst sich ein deutlicher Unterschied zum Reptilienembryo ausmachen: Die Ausbildung eines wesentlich gr\u00f6sseren Grosshirns. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Stammhirn sind alle automatisierten Funktionen und Regelkreisl\u00e4ufe angesiedelt. Die Funktion der Atmung, \u00d6ffnung der Schweissdr\u00fcsen, wenn es zu warm ist, Aktivierung von Verdauungss\u00e4ften, Erweiterung der Blutgef\u00e4sse wenn nicht genug Glucose in die Zellen kommt, etc. Es handelt sich \u2013 vereinfacht \u2013 um ein grosses Zentrum in dem die K\u00f6rperfunktionen und ihr Zusammenspiel in zahlreichen Regelkreisl\u00e4ufen \u00fcberwacht und gesteuert werden. Das Stammhirn ist die Schaltzentrale des vegetativen Nervensystems. Der britische Physiologe John Langley hat es vor fast 100 Jahren das autonome Nervensystem genannt und das trifft die Haupteigenschaft sehr gut: Es ist kaum bewusst durch unseren Willen, der im Grosshirn angesiedelt ist, kontrollierbar. Es ist weitgehend autonom.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Stammhirn ist bereits ein Mechanismus angelegt, der im Verlauf der Evolution noch grosse Bedeutung bekommen soll: Das Stammhirn hat neben der M\u00f6glichkeit, Signale \u00fcber Nervenbahnen auszutauschen, eine zweite Option: Chemische Botenstoffe, die ins Blut abgegeben werden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"971\" height=\"472\" src=\"https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/neurotransmitter.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-125 size-full\" srcset=\"https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/neurotransmitter.jpg 971w, https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/neurotransmitter-300x146.jpg 300w, https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/neurotransmitter-768x373.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p><em>Schematische Darstellung: Neurotransmitter kommen als Hormone in die Blutbahn<\/em><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Zu der Funktion von Synapsen geh\u00f6rte schon immer die Abgabe von chemischen Botenstoffen. Durch eine Steigerung der Konzentration k\u00f6nnen diese Botenstoffe nicht nur die benachbarte Synapse anregen. Die chemischen Botenstoffe k\u00f6nnen auch in so hoher Konzentration ausgesch\u00fcttet werden, dass sie in den Blutkreislauf gelangen. Sie k\u00f6nnen \u00fcber die Blutbahnen auch noch die letzte Zelle erreichen, was f\u00fcr Nervenzellen manchmal schwierig w\u00e4re. Dort k\u00f6nnen diese Botenstoffe, Hormone genannt, ganze Prozeduren an Reaktionen von K\u00f6rperzellen ablaufen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das beste Beispiel daf\u00fcr ist der Ablauf einer Schwangerschaft: Hier l\u00e4sst sich das Zusammenspiel an unterschiedlichen Hormonen, die ausserhalb der bewussten Wahrnehmung ausgesch\u00fcttet werden, auf eindrucksvolle Weise darstellen. Wie ein grosses Orchester dirigieren Hormone die Zusammenarbeit der Zellen des K\u00f6rpers. Jeder Teil des K\u00f6rpers weiss wie von Zauberhand, was zu tun ist. <\/p>\n\n\n\n<p>Neben den Funktionen der Regulation vieler K\u00f6rperfunktionen gibt es im Stammhirn noch eine kleine Region mit einem seltsamen Namen: Das <em>Periaqu\u00e4duktorale Grau<\/em>, in der Wissenschaft oft als <em>PAG<\/em> abgek\u00fcrzt. Grau sind vor allem die Zellkerne von Nervenzellen. Das ist ein Hinweis, dass es sich hier um eine gr\u00f6ssere Ansammlung von Nervenzellen handelt, die ihre Steuerzentralen \u2013 die Zellkerne \u2013 in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander haben. Diese Ansammlung von Nervenzellen hat einen wichtigen Einfluss auf die Gehirnregion, die direkt an das Stammhirn angrenzt: Das limbische System. Das PAG ist ein wichtiger Umschaltpunkt zwischen K\u00f6rper und Geist, sein Einfluss ist der Ausgangspunkt f\u00fcr viele Emotionen. Das limbische System greift als n\u00e4chstes Glied in der Kette das Thema Emotionen auf und entwickelt die Auswirkungen der Emotionen weiter.<\/p>\n<\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-details has-white-background-color has-background is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow\"><summary>Das limbische System<\/summary>\n<p><\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\"><strong>In K\u00fcrze: <\/strong><br>Das limbische System lenkt unser emotionales Empfinden. Es ist vielf\u00e4ltig mit dem Stammhirn und dem Grosshirn verbunden und durch seine zentrale Position fast immer an den Denkprozessen des Gehirns beteiligt. Das limbische System beeinflusst unser Verhalten durch den Ausstoss von Hormonen stark. Das wird anhand der drei wichtigsten Hormone beschrieben.<\/pre>\n\n\n\n<p>Auf die Reptilien folgten in der Geschichte der Evolution die S\u00e4ugetiere und die entwickelten eine Region des Gehirns erheblich weiter: Das Mittelhirn. Mit zunehmenden Verst\u00e4ndnis der Zusammenh\u00e4nge im Gehirn wurde die Region des Mittelhirns noch um einige zusammengeh\u00f6rende Bereiche erweitert. Der daraus entstandene Verband an verschiedenen Gehirnregionen wurde zusammenfassend <em>limbisches System<\/em> genannt. Dieser Teil des Gehirns erm\u00f6glichte es erstmals, etwas zu lernen. Diese Region war zu Lernprozessen f\u00e4hig, das war neu.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"870\" src=\"https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/limbisch1-1024x870.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-126\" srcset=\"https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/limbisch1-1024x870.jpg 1024w, https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/limbisch1-300x255.jpg 300w, https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/limbisch1-768x653.jpg 768w, https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/limbisch1-1536x1305.jpg 1536w, https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/limbisch1-2048x1740.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Steuermechanismen, die sich dabei entwickelten waren eine Weiterentwicklung schon bekannter Mechanismen aus dem Stammhirn: Die Verwendung von Hormonen als schnelle, wirksame Botenstoffe wurde erg\u00e4nzt mit der F\u00e4higkeit, Zusammenh\u00e4nge durch Bildung neuer Synapsen erlernen zu k\u00f6nnen. Allerdings war dieser Teil des Gehirns noch weit entfernt von den logischen Denkoperationen, die wir heute leisten k\u00f6nnen. Das limbische System hatte eine ganz andere Arbeitsweise: Es verkn\u00fcpfte Orte, Situationen und Erlebnisse mit Gef\u00fchlen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber Gef\u00fchle lernen, mit Hilfe von Gef\u00fchlen lernen, das Richtige zu tun. Es ist einer der Orte, an dem unsere Intuition zu Hause ist. Im limbischen System finden wir Antworten auf viele Ph\u00e4nomene, die sich im Umgang mit Menschen beobachten lassen. 3 Beispiele k\u00f6nnen das exemplarisch verdeutlichen:<\/p>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-details is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow\"><summary>Oxytocin<\/summary>\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Oxytocin l\u00f6st bei einer Schwangerschaft die Wehen aus und unterst\u00fctzt die Milchbildung der Brust. Man kann im Blut von M\u00fcttern messen, dass beim Stillen eines Babys eine grosse Menge an Oxytocin ausgestossen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Funktion des Hormons Oxytocin zur Unterst\u00fctzung der Schwangerschaft ist in der evolution\u00e4ren Entwicklung sehr alt. Im Verlauf der Entwicklung der Menschen bekam das Hormon noch weitere Funktionen: Es wird heute auch das \u00ab<em>Kuschelhormon<\/em>\u00bb genannt, weil es die Bindung von Menschen durch ein gutes Gef\u00fchl unterst\u00fctzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bindung zu Familienmitgliedern und der Gruppe, zu der man zugeh\u00f6rig ist, wird durch ein angenehmes Gef\u00fchl verst\u00e4rkt. Feste Zugeh\u00f6rigkeit und starke Bindung zu jemanden werden meist als Gl\u00fccksmomente empfunden. Oxytocin hat in der Partnerschaft und besonders beim Sex eine zentrale Rolle. Immer, wenn Bindung verst\u00e4rkt werden soll, steigt der Oxytocin Anteil im Blut an.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Verlauf der Evolution der S\u00e4ugetiere erwies es sich als \u00dcberlebensvorteil, wenn Familien und sp\u00e4ter ganze St\u00e4mme miteinander kooperierten. So konnten sie Feinde wirkungsvoller bek\u00e4mpfen und ihren Nachwuchs besser sch\u00fctzen. Alle Primaten haben ein sehr ausgepr\u00e4gtes Bed\u00fcrfnis nach Beziehungen, nach Zusammenhalt in der Gruppe, nach Zugeh\u00f6rigkeit zu einer Gruppe.<\/p>\n\n\n\n<p>Das limbische System des Gehirns bekam die M\u00f6glichkeit, Personen und Orte zu speichern, Erinnerungen anzulegen und diese mit dem Ausstoss von Hormonen zu verkn\u00fcpfen. Der Ausstoss des Gl\u00fcckshormons und Personen sind also im Gehirn miteinander verbunden. Schon der Gedanke an eine Person, zu der eine starke Bindung besteht, vermag den Ausstoss von Oxytocin anzuregen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"825\" src=\"https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/limbisch2-1-1024x825.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-128 size-full\" srcset=\"https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/limbisch2-1-1024x825.jpg 1024w, https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/limbisch2-1-300x242.jpg 300w, https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/limbisch2-1-768x618.jpg 768w, https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/limbisch2-1-1536x1237.jpg 1536w, https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/limbisch2-1.jpg 2002w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Ob Hypophyse (Oxycotin) oder Amygdala (Adrenalin) aktiviert werden, hat auf die Stimmung einen grossen Einfluss<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Heutige Menschen finden zwar andere Lebensbedingungen vor, als ihre Vorfahren vor tausenden von Jahren. Wir sind keine Stammeskrieger und nur noch selten in einer Grossfamilie zu Hause. Die Grundlagen im Gehirn funktionieren aber heute noch wie bei unseren Vorfahren. Oxytocin treibt die Menschen an. Bindung ist eines der wichtigsten Bed\u00fcrfnisse von fast allen Menschen.<\/p>\n<\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-details is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow\"><summary>Adrenalin<\/summary>\n<p>Das Verhalten in Gefahrensituationen wird durch Hormonaussch\u00fcttung unterst\u00fctzt: K\u00e4mpfen, Fliehen oder Totstellen? Das entscheidet sich im Bruchteil einer Sekunde. Eine spezielle Region im limbischen System unterst\u00fctzt diese Angstreaktion und koordiniert das Verhalten in Extremsituationen. Sie wird Amygdala genannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn sie eine Gefahrensituation identifiziert, l\u00f6st die Amygdala in den Nebennieren den Ausstoss des Hormons Adrenalin aus. Der ganze K\u00f6rper reagiert in Millisekunden auf dieses Hormon. Blutgef\u00e4sse werden zusammengezogen, Zuckerreserven werden in grosser Eile in die Blutbahnen abgegeben, alle Muskeln werden angespannt, um blitzschnell auf eine eventuelle Bedrohung reagieren zu k\u00f6nnen. Das Gehirn konzentriert sich auf die Bearbeitung der Gefahrensituation, alle Hirnregionen, die f\u00fcr diese Arbeit nicht n\u00f6tig sind, werden in der Leistung heruntergefahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Das bedeutet: Wenn Sie im Wald einem riesigen Grizzlyb\u00e4ren gegen\u00fcberstehen, werden Sie sich stark auf dieses Problem fokussieren. Die F\u00e4higkeit, die Wurzel aus 169 zu berechnen ist in dieser Situation stark eingeschr\u00e4nkt. Rechnen ist in diesem Moment nicht angesagt: Sie kennen nur die drei Optionen K\u00e4mpfen, Fliehen oder Totstellen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"745\" src=\"https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/adrenalin-1024x745.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-130 size-full\" srcset=\"https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/adrenalin-1024x745.jpg 1024w, https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/adrenalin-300x218.jpg 300w, https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/adrenalin-768x559.jpg 768w, https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/adrenalin-1536x1117.jpg 1536w, https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/adrenalin-2048x1490.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Amygdala aktiviert: Jetzt gibt es nur 3 Optionen: K\u00e4mpfen, fliehen oder tot stellen<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>\u00dcbertragen auf moderne Menschen bedeutet das folgendes: Wenn sie sich in einer unsicheren Situation befinden &#8211; zum Beispiel bei einer wichtigen Pr\u00fcfung &#8211; kann es passieren, dass die Amygdala aktiviert wird und zur Unterst\u00fctzung der Angstreaktion in grossen Mengen Adrenalin ausgesch\u00fcttet wird. Das Gehirn will auf die drohende Gefahr m\u00f6glichst optimal vorbereiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist sehr f\u00fcrsorglich vom Gehirn, nur hat sich die Welt mittlerweile grundlegend ge\u00e4ndert: Was bei einer Begegnung mit dem Grizzlyb\u00e4ren gut funktioniert, ist bei Pr\u00fcfungen sehr hinderlich: Die hohe Alarmbereitschaft des K\u00f6rpers sorgt daf\u00fcr, dass man mit hochroten Kopf v\u00f6llig angespannt dasteht und das weitgehend abgeschaltetes Gehirn \u00fcberlegt sich fieberhaft, ob man nun k\u00e4mpfen, fliehen oder sich totstellen sollte. Nichts davon ist f\u00fcr eine Pr\u00fcfung besonders hilfreich. Das Wissen, das f\u00fcr die Pr\u00fcfung notwendig w\u00e4re, steckt in einer der Gehirnregionen, die gerade vom Adrenalin abgeschaltet wurde. Immer wieder am\u00fcsiert sich das ganze Land \u00fcber Kandidaten, die bei der 50 Euro Frage beim Quiz \u00ab<em>Wer wird Million\u00e4r<\/em>\u00bb grandios versagt haben. Der Grund f\u00fcr dieses Ph\u00e4nomen ist ganz einfach: Es war die Amygdala.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt dabei einen sehr ernsten Hintergrund, \u00fcber den gerade Menschen, die p\u00e4dagogischen Berufen sehr gut Bescheid wissen m\u00fcssen: Es ist diese Reaktion auf Stressreaktionen, die bei im Ernstfall zu dummen Entscheidungen f\u00fchren kann. Viele Straftaten werden im Affekt begangen, beinahe jeden Tag kann man in den Medien dar\u00fcber lesen: Ein Streit eskaliert immer weiter und irgendwann liegt jemand schwer verletzt am Boden. Die Beteiligten verlieren in dem zunehmenden Stress der Auseinandersetzung die Kontrolle \u00fcber ihr Verhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Lehrerinnen und Lehrer, die mit herausfordernden Verhaltensweisen konfrontiert werden, kennen das Ph\u00e4nomen. Ein Konflikt droht zu eskalieren, der Stresslevel bei allen Beteiligten steigt. Adrenalin verengt den Blick, der ganze K\u00f6rper und Geist werden nur noch auf den bevorstehenden Kampf fokussiert. Wenn zwei Kontrahenten jeweils das Verhalten \u00abKampf\u00bb als den erfolgsversprechenden Weg gew\u00e4hlt haben, sind andere L\u00f6sungen als eine laute und energiegeladene Auseinandersetzung kaum noch m\u00f6glich. Das ist eine direkte Folge des Adrenalins, das alle Gehirnregionen, die zur Entsch\u00e4rfung des Konflikts hilfreich w\u00e4ren, gerade abgeschaltet hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Es beginnt eine Auseinandersetzung, die wenig Chancen hat, optimal zu verlaufen. Es gibt zu wenig bewusste Kontrolle. Das sind die Momente, in denen man im Nachhinein nicht zufrieden ist, mit dem, was man gesagt oder getan hat. Man beginnt sich \u00fcber sich selbst zu \u00e4rgern. Die Arbeit beginnt, belastend zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer einen p\u00e4dagogischen Beruf professionell aus\u00fcben will, muss sich die folgende Frage stellen k\u00f6nnen: Wer hat in meinem Kopf gerade die Kontrolle? Wenn die Amygdala \u00fcbernimmt und von Angst dominierte Gef\u00fchle immer st\u00e4rker werden, ist es h\u00f6chste Zeit, die Deeskalation in Angriff zu nehmen: Gehen Sie sofort einen Schritt zur Seite, verlassen Sie nach M\u00f6glichkeit f\u00fcr einen Moment die Situation! In kommenden Beitr\u00e4gen zu Thema \u00ab<em>Verhalten<\/em>\u00bb wird uns die Amygdala noch einige Zeit weiter besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-details is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow\"><summary>Dopamin<\/summary>\n<pre class=\"wp-block-preformatted\"><em>Ein Steinzeitmensch zieht durch die W\u00e4lder und sucht nach Essbarem. Pl\u00f6tzlich regt sich etwas im Geb\u00fcsch. Es ist ein kapitaler Hirsch! Nun heisst es Ruhe bewahren, den mitgebrachten Speer langsam nach vorn zu f\u00fchren, das Ziel zu fokussieren, dabei den Atem zu kontrollieren und schliesslich den Speer mit grosser Kraft in Richtung des Hirsches zu schleudern.  <\/em><\/pre>\n\n\n\n<p>Wer sich besonders auf etwas konzentrieren muss (das gilt nicht nur f\u00fcr die Jagd), der wird durch Hormonaussch\u00fcttung in einen Zustand besonders hoher Aufmerksamkeit versetzt. Alle Aufmerksamkeit konzentriert sich auf das eine Ziel. St\u00f6rimpulse werden, so gut es irgendwie geht, unterdr\u00fcckt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"751\" src=\"https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/dopamin1-1024x751.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-131 size-full\" srcset=\"https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/dopamin1-1024x751.jpg 1024w, https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/dopamin1-300x220.jpg 300w, https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/dopamin1-768x563.jpg 768w, https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/dopamin1.jpg 1091w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p><em>Nucleus Accumpens wird aktiviert. Die Konzentrationsf\u00e4higkeit ist hoch<\/em><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\"><em>Unser Steinzeitmensch hat den Hirsch leider verfehlt und zieht weiter durch den Wald. Seine Augen suchen aufmerksam die Umgebung ab. Er sucht Nahrung, egal welche. Da sieht er einen Strauch mit roten Beeren. Vorsichtig probiert er eine. Sie schmecken gut. Schnell isst er sich an den Beeren satt, ehe er noch einen Vorrat f\u00fcr seine Familie einpackt. <\/em><\/pre>\n\n\n\n<p>Unser Steinzeitmensch ist gl\u00fccklich. Dieses Gl\u00fccksgef\u00fchl wird verursacht durch die Aussch\u00fcttung des Hormons Serotonin. Es wird aktiviert, um die Konzentration auf der Suche nach Essen zu belohnen. Die Fokussierung auf die Nahrungssuche, der Einsatz des Dopamins, hat dazu gef\u00fchrt, das Beeren gefunden wurden. Serotonin sorgt daf\u00fcr, dass unser Steinzeitmensch einen Gl\u00fccksmoment geniessen darf.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"672\" src=\"https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/dopamin2-1024x672.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-132 size-full\" srcset=\"https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/dopamin2-1024x672.jpg 1024w, https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/dopamin2-300x197.jpg 300w, https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/dopamin2-768x504.jpg 768w, https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/dopamin2.jpg 1065w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p><em>Die Konzentration auf die Suche wird belohnt durch ein Gl\u00fccksgef\u00fchl. Serotonin verursacht es<\/em><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Das Gl\u00fccksgef\u00fchl best\u00e4tigt ein erw\u00fcnschtes Verhalten. Er wird also in Zukunft weiterhin nach den roten Beeren Ausschau halten, die so gut schmecken und ihm diesen Gl\u00fccksmoment beschert haben. Das ist ein uralter Mechanismus, der in der Geschichte der Menschheit dazu gef\u00fchrt hat, dass Menschen immer weiter nach Essen suchen k\u00f6nnen, um zu \u00fcberleben. Ohne die M\u00f6glichkeit, sich auf die Suche nach Nahrung stark zu fokussieren, w\u00e4ren z.B. Menschen in der Steinzeit wahrscheinlich weniger erfolgreich gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser alte Mechanismus hat eine grosse Zahl an Variationen in unserem modernen Alltag. Dopamin ist allgegenw\u00e4rtig. Eines der am\u00fcsantesten Beispiele die Nutzung von Social Media:<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"574\" height=\"670\" src=\"https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/dopamin3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-133 size-full\" srcset=\"https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/dopamin3.jpg 574w, https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/dopamin3-257x300.jpg 257w\" sizes=\"auto, (max-width: 574px) 100vw, 574px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-white-background-color has-background\"><\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\"><em>Manche Menschen konzentrieren einige Aufmerksamkeit darauf, sich in Social Media Plattformen gut darzustellen. Durch (oder f\u00fcr) diese Fokussierung wird Dopamin im Gehirn ausgesch\u00fcttet. <\/em><\/pre>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\"><em>Dopamin erzeugt das unbestimmte Gef\u00fchl, dass es sich lohnt, dran zu bleiben. Es erzeugt das Gef\u00fchl, dass eine Belohnung bald kommen k\u00f6nnte, die Aufmerksamkeit fokussiert sich auf die T\u00e4tigkeit. Diese Belohnung kommt in Form der R\u00fcckmeldung: Es gibt Likes und Kommentare, die bestenfalls als Belohnung empfunden werden k\u00f6nnen. Serotonin wird daraufhin im limbischen System ausgesch\u00fcttet. Ein Mensch wird f\u00fcr das Verhalten, sich auf Social Media darzustellen, zwei Mal belohnt: Zuerst gibt es einen Zustand der Vorfreude und Konzentration, die Aussicht auf eine Belohnung und zu einem sp\u00e4terem Zeitpunkt einen kurzen Gl\u00fccksmoment. Serotonin wird ab diesem Moment daf\u00fcr sorgen, dass dieser Mensch immer wieder Details aus seinem Leben postet, um den Kick des Dopamins und des Serotonins wieder sp\u00fcren zu k\u00f6nnen. <\/em><\/pre>\n\n\n\n<p>Die drei Beispiele verdeutlichen auf drei verschiedenen Ebenen vor allem eines: Viele Funktionen in unserem Gehirn stammen noch aus einer Zeit, in der grundlegend andere Rahmenbedingungen herrschten. Emotionen sind die Werkzeuge des limbischen Systems. All diese Vorg\u00e4nge finden vorwiegend ausserhalb unseres Bewusstseins statt. In den heutigen Rahmenbedingungen brauchen wir eine \u00fcbergeordnete Instanz, die es uns erm\u00f6glicht, die Funktion des limbischen Systems zu verstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Instanz wird es uns erm\u00f6glichen, unsere emotionale Basis zu erkennen und daraus resultierendes Verhalten auf die Anforderungen unserer Zeit anzupassen. Diese Instanz arbeitet \u00fcberaus effektiv, um erfolgreich arbeiten zu k\u00f6nnen, braucht sie aber viele Informationen. Es ist einfach, zu erraten, wer diese Instanz ist: Direkt \u00fcber dem Mittelhirn thront es, es ist viel gr\u00f6sser in der Ausdehnung als die anderen Teile des Gehirns. Es verf\u00fcgt \u00fcber eine atemberaubende Anzahl an m\u00f6glichen Vernetzungen, also an Potential. Es ist: Das Grosshirn.<\/p>\n<\/details>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-details has-background is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow\" style=\"background-color:#f1f5f7\"><summary>Das Grosshirn<\/summary>\n<p><\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\"><strong>In K\u00fcrze: <\/strong><br>Ein Zufall der Evolution hat zu der massiven Zunahme der Masse des Grosshirns bei Menschen gef\u00fchrt. Im Grosshirn ist das analytische und logische Denken, die F\u00e4higkeiten zur Sprache, das Ged\u00e4chtnis und viele weitere Funktionen zu Hause. Es hat eine grosse Begabung, Muster und Strukturen zu erkennen. Daraus generiert es Wissen und Kompetenzen. <\/pre>\n\n\n\n<p>Der j\u00fcngste Teil, den die Evolution im Gehirn hervorgebracht hat, ist das Grosshirn. Hier sind die zahlreichen F\u00e4higkeiten zur Analyse von Sprache, Speicherung von Wissen oder Bildung von Zusammenh\u00e4ngen durch bewusstes Nachdenken beheimatet. Menschen sind ein S\u00e4ugetier mit einem besonders ausdifferenzierten Grosshirn.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Paul McLean <a href=\"https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/index.php\/literaturverzeichnis\/\" data-type=\"page\" data-id=\"39\">(1990) <\/a>die Vorstellung von dem dreiteiligen Gehirn entwickelte, bezeichnete er diesen Teil als Menschenhirn. Nat\u00fcrlich wissen wir, dass es Grosshirne bei sehr vielen Tierarten gibt. Dennoch gibt es einen Unterschied, der die Forschung besch\u00e4ftigt: Die Intelligenz der Menschen im Bereich der logischen R\u00fcckschl\u00fcsse und dem Aufbau komplexer Strukturen.<\/p>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-details has-cyan-bluish-gray-background-color has-background is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow\"><summary>Das Beispiel der Sprachentwicklung von Affen (eilige Leser k\u00f6nnten das \u00fcberspringen)<\/summary>\n<p>Der Neurobiologe Robert Sapolsky schildert in einer Vorlesung an der Universit\u00e4t Stanford zum Thema Sprachentwicklung auf am\u00fcsante Weise die zahlreichen Versuche, die gemacht wurden, um Primaten (Menschenaffen) Sprache beizubringen. \u00dcber die 60er und 70er Jahre wurden zahlreiche Menschenaffen mit Geb\u00e4rdensprache trainiert &#8211; einen Kehlkopf f\u00fcr menschliche Sprachlaute haben nur Menschen, daher wurde Geb\u00e4rdensprache trainiert. Es gab Affen, die einen grossen Wortschatz lernen und auch situativ anwenden konnten. Anfang der 80er Jahre, nach jahrelanger Forschung an kommunizierenden Menschenaffen arbeitete ein Forscher heraus, was bei all den kommunizierenden Affen im Vergleich zu Menschen anders lief: Die Affen konnten Geb\u00e4rden situativ einsetzen, sie konnten auch zwei &nbsp;oder drei Geb\u00e4rden in der Kommunikation kombinieren (\u00ab<em>Ich m\u00f6chte gerne Schokolade<\/em>\u00bb).<\/p>\n\n\n\n<p>Menschen aber beginnen in ihrer Entwicklung schon bald, Worte in grossem Umfang immer neu zu kombinieren und sie bilden sinnhafte Reihenfolgen von Worten, wir kennen das in unserer Sprache als Syntax und Grammatik (<a href=\"https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/index.php\/literaturverzeichnis\/\" data-type=\"page\" data-id=\"39\">nach Sapolsky, 2011\/1, 1h18min bis Ende<\/a>) Vor allem aber kreieren Menschen schon fr\u00fch eigene Worte nach sinnvollen Regeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Beispiele f\u00fcr solches Verhalten sind kindliche \u00c4usserungen wie \u00ab<em>die Kerze ausz\u00fcnden<\/em>\u00bb. Wenn es \u00ab<em>anz\u00fcnden<\/em>\u00bb gibt, ist es nur logisch, dass es auch \u00ab<em>ausz\u00fcnden<\/em>\u00bb geben muss. Wie viele Zusammenh\u00e4nge muss ein Gehirn eines kleinen Kindes erarbeitet und vernetzt haben, um diesen Umkehrschluss zu machen und den dann in der Sprache auch noch aktiv zu erproben?<\/p>\n\n\n\n<p>Die F\u00e4higkeit der Kommunikation ist bei vielen Tieren vorhanden. Die Struktur der Sprache, die hohe Komplexit\u00e4t ihrer Struktur und der kreative Umgang mit ihr, das ist bei Menschen anders. Die Leistungsf\u00e4higkeit des Grosshirns umfasst viele Bereiche, die Sprache ist an dieser Stelle nur ein exemplarisches Beispiel. Die F\u00e4higkeit, Strukturen und Muster zu erkennen und mit Hilfe logischer Denkprozesse zu analysieren ist im menschlichen Grosshirn besonders ausgepr\u00e4gt.<\/p>\n<\/details>\n\n\n\n<p>Professor Wieland Huttner und Nereo Kalebic vom Max Planck Institut f\u00fcr Molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden haben in der Frage um die besondere Entwicklung der menschlichen Gehirnleistung eine wichtige Entdeckung gemacht: Es geht dabei um ein einziges Gen namens ARHGAP 11B, das nur bei Menschen vorkommt. Dieses Gen konnte isoliert werden und seine Wirkung in anderen tierischen Organismen erforscht werden. Das Ergebnis war eine \u00dcberraschung: Dieses Gen l\u00e4sst die Grosshirnrinde schnell wachsen und bildet dabei die typischen Falten aus, die an Menschengehirnen zu sehen sind. Durch diese Auffaltung haben Menschengehirne eine dreimal gr\u00f6ssere Gehirnmasse als Schimpansen (<a href=\"https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/index.php\/literaturverzeichnis\/\" data-type=\"page\" data-id=\"39\">Max Plank Gesellschaft, 2016<\/a>). In dieser aufgefalteten \u00e4usseren Gehirnschicht, <em>Neokortex<\/em> genannt, sind zahlreiche Funktionen angesiedelt, die f\u00fcr die komplexen Denkstrukturen von Menschen verantwortlich gemacht werden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"521\" src=\"https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/mutation-1024x521.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-134 size-full\" srcset=\"https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/mutation-1024x521.jpg 1024w, https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/mutation-300x153.jpg 300w, https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/mutation-768x390.jpg 768w, https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/mutation.jpg 1198w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Schematische Darstellung einer Punktmutation auf einer DNA Doppelhelix<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Im Gesamtsystem der Evolution war es wohl dieser kleine Zufall, der die Entwicklung der Menschen mit grosser Kraft vorantrieb: Eine zuf\u00e4llige Mutation in der Anordnung von einer oder mehreren der 269 Aminos\u00e4urepaare auf einem Gen namens ARHGAP 11B erm\u00f6glichte es unseren Urahnen pl\u00f6tzlich, viel mehr Gehirnmasse zu bilden als andere zu der Zeit existierende Lebewesen. Aufgrund der Analyseergebnisse von Proben, die Knochen von Neandertalern entnommen wurden, k\u00f6nnen wir vermuten, dass diese Mutation damals schon bestanden haben muss. Neandertaler teilen dieses Gen mit modernen Menschen, w\u00e4hrend alle heutigen Menschenaffenarten nicht \u00fcber diese Genmutation verf\u00fcgen. Die durch die Mutation verursachte h\u00f6here Leistungsf\u00e4higkeit steht f\u00fcr den Startpunkt, an dem die Menschheit damit begann, sich schnell weiter zu entwickeln und bis heute grossen Einfluss auf den gesamten Planeten auszu\u00fcben. Die Evolution der Menschenaffen und die der Menschen nahm von dem Moment an einen unterschiedlichen Verlauf.<\/p>\n<\/details>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Kurz zusammengefasst ist es so, dass sich das Stammhirn und das limbische System fr\u00fcher entwickelt haben. Das Grosshirn in seiner heutigen Leistungsf\u00e4higkeit kam erst sp\u00e4ter dazu. Damit mussten die &#8222;\u00e4lteren&#8220; und die &#8222;j\u00fcngeren&#8220; Hirnteile einen Weg finden, miteinander zusammenzuarbeiten. Das machen sie h\u00e4ufig \u00fcber Hormone. Tats\u00e4chlich hat das Grosshirn nur wenig direkte Zugriffspunkte zum limbischen System. Es muss sich immer etwas einfallen lassen, um Einfluss zu nehmen auf die emotionale Situation.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt also ein altert\u00fcmliches, gef\u00fchlsbezogenes, unbewusst arbeitendes Gehirn und ein neues, auf logischen Denkoperationen aufgebautes Gehirn, das zumindest teilweise \u00fcber ein Bewusstsein verf\u00fcgt, die miteinander kooperieren m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Zusammenspiel zwischen &#8222;altem&#8220; und &#8222;neuen&#8220; Gehirn ist f\u00fcr so viele Ph\u00e4nomene des menschlichen Verhaltens verantwortlich, dass ich damit noch sehr viele Blogbeitr\u00e4ge f\u00fcllen werde. Es ist eine der wichtigsten Grundlagen f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis, wie ein Gehirn arbeitet.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\"><em>Als Beispiel kann man die Arbeit von Werbefachleuten anf\u00fchren. Sie versuchen, uns Produkte h\u00e4ufig auf der Ebene des Unbewussten, mit Hilfe von Gef\u00fchlen anzubieten. Wie viele Autos werden auf der Basis von rein rationalen Erw\u00e4gungen verkauft? Wie viele Autos werden dagegen verkauft, weil sie dem Besitzer ein gutes Gef\u00fchl vermitteln? Sei es das Gef\u00fchl von Sicherheit und Geborgenheit oder sei es das Gef\u00fchl, durch einen besonders tollen Wagen in der gesellschaftlichen Rangordnung weiter nach oben zu steigen. Das limbische System kauft mit ein, wenn wir einkaufen gehen. Bei manchen Menschen mehr, bei Menschen weniger.<\/em><\/pre>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"981\" height=\"723\" src=\"https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/limbisch3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-135 size-full\" srcset=\"https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/limbisch3.jpg 981w, https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/limbisch3-300x221.jpg 300w, https:\/\/steinzeitbirnen.moeglichraum.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/limbisch3-768x566.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Der gr\u00fcne Wagen w\u00e4re die vern\u00fcnftige Entscheidung&#8230;<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-details is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow\"><summary>Was heisst das f\u00fcr den Alltag?<\/summary>\n<p><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die unterbewussten Vorg\u00e4nge, die im Gehirn zu jeder Zeit ablaufen, werden oft v\u00f6llig untersch\u00e4tzt. Dass der Verstand die emotionalen Bed\u00fcrfnisse und Ausdrucksformen kontrollieren kann, ist h\u00e4ufig eine Illusion.<\/li>\n\n\n\n<li>Schnelle Anpassung an sich \u00e4ndernde Situationen ist die St\u00e4rke des Grosshirns. Im Bereich der unterbewussten Denkprozesse, im Zusammenspiel zwischen Denken und Emotionen ist die Anpassungsf\u00e4higkeit nicht so ausgepr\u00e4gt. Hier gelten andere Regeln, die in der Geschichte der Menschheit sehr tief verankert sind.<\/li>\n\n\n\n<li>Zugeh\u00f6rigkeit zu einer Gruppe, Status und Rang innerhalb der Gruppe, tiefsitzende \u00c4ngste und Strategien, mit dem Gef\u00fchl der Angst umzugehen: All das wird vom limbischen System dominiert. Das emotionale Bed\u00fcrfnis ist oft st\u00e4rker als die Vernunft. Das hat einen grossen Einfluss auf allt\u00e4gliche Situationen. Denken Sie dabei nicht nur an Kinder: Das gilt f\u00fcr Erwachsene ebenfalls. Vieles, was wir im Alltag an Verhalten erleben, erschliesst sich uns erst, wenn wir hinter die Fassade &#8211; auf die Ebene der Emotionen schauen.<\/li>\n\n\n\n<li>Verhalten, dass aus diesem emotionalen Bed\u00fcrfnis entsteht, ist zun\u00e4chst auf sich selber ausgerichtet \u2013 es dient dem eigenen Bed\u00fcrfnis. Es wird erst durch die Bewertung, dass es z.B. die Gruppe st\u00f6rt, zu einem Problem. Man sollte also gut unterscheiden zwischen der Ursache eines Verhaltens \u2013 dem emotionalen Bed\u00fcrfnis \u2013 und den Auswirkungen \u2013 der St\u00f6rung der Bed\u00fcrfnisse der anderen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/details>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Andreas Illenberger, Dezember 2024<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Weiterf\u00fchrend:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Paul_D._MacLean\">Wikipedia: Paul Mc Lean<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/lexikon\/neurowissenschaft\/dreieiniges-gehirn\/3014\">Spektrum der Wissenschaft: Dreieiniges Gehirn<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>oder: Warum wir auf der Ebene des Gehirns auch heute noch viel \u00c4hnlichkeiten mit Steinzeitmenschen haben. Eines ist klar: Ein Gehirn hat wesentlich mehr als 3 Teile. Die Idee der Dreiteilung des Gehirns stammt von dem amerikanischen Forscher Paul McLean (1990, S.13f) und bezieht sich auf die evolution\u00e4re Entwicklung des Gehirns. 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